Über diesen Artikel
Datum:
27.08.2013
Autor:
Günter K. Schlamp
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URL:
http://www.digital-lernen.de/nachrichten/diverses/artikel/die-schulbibliothek-als-lernort-im-digitalen-zeitalter.html
Title:
Die Schulbibliothek als Lernort im digitalen Zeitalter
Kategorie:
Gastbeitrag / Interview
Bibliothek     

Die Schulbibliothek als Lernort im digitalen Zeitalter

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© olga meier-sander / pixelio.de

Der Autor Günter K. Schlamp war Lehrer, Ausbildungsleiter für Geschichte und Sozialkunde, Fachberater für Schulbibliotheken beim Hessischen Kultusministerium und Schulleiter. Er ist Mitgründer der Landesarbeitsgemeinschaft Schulbibliotheken in Hessen und der Arbeitsgemeinschaft der Schulbibliotheken in Berlin und Brandenburg. Zu Schule und Schulbibliotheken bloggt er unter "Basedow1764". Kürzlich ist sein Buch "Die Schulbibliothek im Zentrum" erschienen.

Die Veränderungen im Bereich der Informations- und Medientechnologie machen eine Neudefinition der Schulbibliothek als physischen Ort notwendig. Hauptaufgaben sind nicht länger die Aufbewahrung und Ausleihe von Büchern. Die Schulbibliothek ist kein abgelegener Raum im Keller oder unter dem Dach der Schule. Sie wird nicht allein von bibliotheksfachlichen Standards definiert. Die „Entbibliothekarisierung“ der Schulbibliothek könnte das Augenmerk auf den Raum lenken: Die Schulbibliothek als Lernort, gerade im digitalen Zeitalter. Auch wenn alle Schülerinnen und Schüler iPhones in der Hand und E-Books im Ranzen haben werden, brauchen sie diesen Lernort.

Er hat mehrere Funktionen: Begegnung, Diskussion, Präsentation, Stillarbeit, Einzelarbeit, Gruppenarbeit. Er ermöglicht unterschiedliche Sozial- und Arbeitsformen. Hell, offen, einladend, korrespondierend zur Form der Arbeit. In ihm wirken Spezialisten, weiter gebildete Bibliothekare oder Lehrer, die etwas von Lernprozessen, von Unterrichtsplanung, von Medienpädagogik verstehen. Sie arbeiten mit den Fachlehrern in der Curriculumentwicklung, bei der Unterrichtsvorbereitung und im Unterricht zusammen.

Mit Computer und Internet, so ist die landläufige Annahme, werde in Selbstlernzentren, mit Lernprogrammen und multimedialem Content das Lernen verbessert. Schulbibliotheken gelten als verstaubte Bücherhorte.

In anderen, überwiegend angelsächsischen Ländern aber wird ein Schulbibliotheksmodell praktiziert, bei dem Informationsrecherche und Medienerziehung, der produktive und kreative Umgang mit digitalen und nichtdigitalen Medien, im Vordergrund stehen. Auch die „Google-Generation“ braucht Räume, in denen man sich trifft, „abhängt“ und gemeinsam arbeitet. Sie braucht auch Menschen, die Lernprozesse anstoßen, organisieren, begleiten und dabei zu intervenieren verstehen. So entstand eine neue Form des Team-Teachings: Die Fachlehrer/-innen arbeiten mit den Spezialisten der Schulbibliothek zusammen, die wissen, wie man gründlich recherchiert, wie man unterrichtsgeeignete Software anwendet, welche Medien bei einem Unterrichtsprojekt nützlich sein könnten.

Markus Fritz, der stellvertretende Leiter des Amtes für Bibliotheken in der Südtiroler Landesverwaltung beschreibt im Buch „Die Schulbibliothek im Zentrum.
Erfahrungen, Berichte, Visionen“ das Südtiroler Schulbibliothekskonzept: „Aufgabe der Südtiroler Schulbibliothekslehrer/-innen ist u. a., `Recherchieren in den Medien der multimedialen Schulbibliothek´ zu unterrichten.

Im Mittelpunkt steht die Vermittlung von Informations- und Medienkompetenz. Es geht um den Umgang mit Lexika, dem OPAC, dem Internet, Suchmaschinen und den verschiedenen Printmedien. Ein zentrales Element ist die Strukturierung des Rechercheprozesses. Die Lernenden üben mithilfe eines „Drei-Schritt-Modells“ (Ziel der Recherche klären, Informationen suchen, Suchweg evaluieren) das Recherchieren in den verschiedenen Medien der multimedialen Schulbibliothek.

Großer Wert wird auf Schritt 1 gelegt. Bevor die Schüler/-innen mit der Recherche beginnen, muss ihnen klar sein, welches Ziel mit der Recherche verfolgt wird. Dazu sollten die Lernenden zunächst das eigene Vorwissen aktivieren und sich einen Überblick über das Thema verschaffen (z.B. in einem Lexikon oder bei Wikipedia). In einem nächsten Schritt geht es darum, das Thema einzugrenzen. Schüler/-innen tendieren oft dazu, viel zu umfangreiche und nicht zu bewältigende Themen auszuwählen. Deshalb ist es in der Phase der Themenfindung eine wichtige Aufgabe der Lehrperson bzw.

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Datum:
27.08.2013
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Günter K. Schlamp
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