Über diesen Artikel
Datum:
14.08.2013
Autor:
Sven Becker
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URL:
http://www.digital-lernen.de/nachrichten/diverses/artikel/die-gigabit-gesellschaft.html
Title:
Die Gigabit-Gesellschaft
Kategorie:
Studien
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Die Gigabit-Gesellschaft

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© Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de

Die Gigabit-Gesellschaft. Das Wort liest sich wie ein Versprechen, aber auch ein bisschen wie eine Drohung. Die Gegenwart scheint die Science-Fiction zu berühren. Eine Gesellschaft, in die Big Data, Vernetzung und Transparenz konstitutiv eingeschrieben sind, und die selbst darüber entscheiden muss, ob das Fluch oder Segen bedeutet.

Die technische Seite des Begriffs ist schnell erklärt. Er taucht vor etwa drei Jahren auf dem Bitkom-Forum auf: Der Politikstratege in der Generaldirektion Informationsgesellschaft und Medien der EU-Kommission, Detlef Eckert, sprach damals von großen Zielen. 10 oder 30 MBit/s sollten wir hinter uns lassen, uns den 100 MBit/s zuwenden, die "Gigabit-Gesellschaft" anstreben. Drei Jahre später das noch immer eine Projektion, wie beispielsweise aus einem Statement der Bundesregierung aus dem Mai dieses Jahres hervorgeht: „Noch rund 1,9 Millionen Haushalte haben keinen mindestens ein Megabit pro Sekunde (Mbit/s) schnellen Breitbandanschluss.“ Mit einem Bein stecken wir also noch im Urschlamm der Kilobit-Gesellschaft fest – damals, als es noch sehr, sehr lange dauerte, bei Napster einen Song herunterzuladen.

Es ist außerdem fruchtbar, die gesellschaftliche Dimension des Begriffs zu entfalten. So wurden etwa auf einer Veranstaltung der Initiative D21 im Frühjahr sechs Zukunftsszenarien vorgestellt, die das Fraunhofer ISI entwickelt hat, und „die zeigen, welche konkreten Veränderungen auf uns zukommen und welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit sich die positiven Potenziale der Netzinnovationen entfalten können.“

Das erste Szenario trägt den Titel „Open Everything“. Hier geht es um den Trend der Öffnung und Enthierarchisierung. Schlagworte sind Open Innovation, Open Government, Open Education und Open Access. Die Autoren kennzeichnen diese Entwicklung so, „dass mit Hilfe netzbasierter Innovationen größere Transparenz und mehr Partizipation ermöglicht werden.“

„Alles in Echtzeit“ heißt das nächste Szenario. Das überall verfügbare Internet und mobile Computer erlauben den ad hoc Zugriff auf alle Informationen und ermöglichen darüber hinaus eine „neue Qualität der Alltagsorientierung: TV auf Abruf, Cloud Computing, Videostreams, Videokonferenzen, Filme, Konzert- und Sportübertragungen sowie Spiele stehen ständig und on Demand zur Verfügung.“ Auch Bildungsangebote können in Echtzeit wahrgenommen werden.

Im Szenario „Vernetzte Mobilität“ hat sich radikal die Weise geändert, wie Menschen sich bewegen: „Insbesondere in den Städten geht es nicht mehr um den Besitz eines Fahrzeugs, sondern darum, ressourcensparend und flexibel von A nach B zu kommen. In diesem Szenario setzen sich vernetzte Verkehrskonzepte flächendeckend durch. Zahlreiche Mobilstationen ermöglichen die spontane Nutzung verschiedener Verkehrsmittel je nach Bedarf. Stark befahrene Routen können vermieden und spontane Mitfahrgelegenheiten genutzt werden.“

Im Do it Yourself-Szenario erledigen die Menschen ihre Angelegenheiten selbst. Sie hören auf den Rat anderer Nutzer und arbeiten lieber mit Gleichgesinnten zusammen als mit offiziellen Stellen. Einfache Beispiele sind Restaurantbewertungen, die Beurteilung von Geschäften oder Hotels. „Auch im Bildungsbereich steht das Selbermachen beziehungsweise das Lernerlebnis in der Gruppe Gleichgesinnter im Vordergrund“, schreiben die Autoren. Bürgerschaftliches Engagement wird im DIY-Szenario ebenfalls groß geschrieben und der Aufbau und Erhalt von Kindertagesstätten oder kultureller Einrichtungen in die eigenen Hände genommen.

Ein weiteres Szenario ist die „Intelligente Gesundheit“. Health-Monitoring- und Ambient-Assisted-Living-Systeme (AAL) bedienen den Wunsch nach einem gesunden, selbstbestimmten Leben auch im höheren Lebensalter. Zudem wird in diesem Szenario das Gesundheitssystem durch den breiten Einsatz elektronischer Gesundheitskarten und elektronischer Patientenakten intelligenter und effizienter.

Im letzten Szenario, „Nachhaltig Leben“, werden die Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) für die Energiewende genutzt.

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Sven Becker
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