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Datum:
08.07.2011
Autor:
Redaktion
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http://www.digital-lernen.de/nachrichten/diverses/artikel/die-freitagskolumnesuedkorea-bekommt-2018-nicht-nur-die-olympischen-spiele-sondern-auch-alle-schu-1.html
Title:
DIE FREITAGSKOLUMNE Südkorea bekommt 2018 nicht nur die Olympischen Spiele, sondern auch alle Schulbücher digital
Kategorie:
Gastbeitrag / Interview
gastautoren stift

DIE FREITAGSKOLUMNE
Südkorea bekommt 2018 nicht nur die Olympischen Spiele, sondern auch alle Schulbücher digital

Berlin, sst. Die Südkoreaner haben es gut und allen Grund zur Freude: Die Olympischen Winterspiele finden im Jahr 2018 in Pyeongchang statt und bis spätestens 2015 sollen alle südkoreanischen Schüler nur noch digitale Schulbücher in der Hand halten. Vorbei die Zeit in der ganze Wälder abgeschlagen werden mussten, um hunderttausende Schüler mit Büchern auszustatten. Alle Schulbücher sollen nun schnell digitalisiert werden, damit sie auf Smartphones, Tablets und Laptops aufgerufen werden können.

Wie selbstverständlich wird in Südkorea dabei eine Vollausstattung der Schulen mit Computern und Internet vorausgesetzt. Kein Wunder, schließlich nutzen heute bereits 96 Prozent der Koreaner das Internet in der Schule, in Deutschland hingegen nur 65,4 Prozent. Während wir hierzulande noch im Kleinklein der kommunalen Schulträgerschaft versuchen unser Land auf internationales Niveau zu bringen, während jede Schule um eine gute IT-Ausstattung kämpfen muss, werden anderswo IT-Ausstattung und Digitalisierung der Inhalte als nationale Aufgaben begriffen. In kaum einem Land klaffen die Computernutzung zuhause und die Computerausstattung in der Schule so weit auseinander wie in Deutschland.

Es ist wieder einmal typisch für dieses Land auch bei der Nutzung von Computern in erster Linie Risiken zu sehen. Spiegel.online brachte es 2005 sogar auf die Überschrift „Schüler – Je mehr am Computer, desto dümmer“. Die Autoren des Artikels wollten dies mit einer Umkehr der PISA-Ergebnisse 2003 belegen. Sie warfen dem PISA-Konsortium vor, die Ergebnisse falsch interpretiert zu haben, Schüler mit einer hohen Computernutzung wären nicht dadurch besser, vielmehr hingen eben Computerausstattung und sozioökonomischer Status des Elternhauses zusammen. Und eben dieser Status und nicht die Computerausstattung sei entscheidend für die Schülerleistungen.

Im Jahr 2011 sind wir weiter. Es ist evident, dass ein kompetenter Umgang mit digitalen Medien zu den Grundfertigkeiten jedes Bürgers gehört. Ein Computer per se macht weder schlau noch dumm! Es ist ein Unterschied ob ein Schüler seine durchschnittlichen 138 Minuten im Internet nach unterrichtsrelevanten Inhalten sucht und Emails schreibt oder 138 Minuten online spielt. Begreifen wir: Die Art der Nutzung entscheidet Computer den Schüler nach vorn bringen, oder ihn nur ablenken.

Südkorea tickt anders. Statt lähmender ideologischer Debatten hat das Land die Zukunft fest im Blick, das Land will innovativ an der Weltspitze stehen. Das weltweit agierende IT-Unternehmen Samsung ist der größte Konzern Südkoreas, jährlich fallen fünf Milliarden Steuern ab und nun - wie nebenbei - auch ein paar Milliarden für die Olympischen Spiele. Die Computernutzung der Südkoreaner hat ihnen offenbar nicht geschadet.

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08.07.2011
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