Über diesen Artikel
Datum:
25.04.2013
Autor:
Sven Becker
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URL:
http://www.digital-lernen.de/nachrichten/diverses/artikel/d21-digital-index-deutschland-ist-digital-gespalten-geografisch-und-soziodemografisch.html
Title:
D21-Digital-Index: Deutschland ist digital gespalten - geografisch und soziodemografisch
Kategorie:
Studien
Initiative D21     

D21-Digital-Index: Deutschland ist digital gespalten - geografisch und soziodemografisch

Initiative D21
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© Initiative D21

Der jetzt veröffentlichte "D21-Digital-Index 2013" zeigt für Deutschland einen mittleren Digitalisierungsgrad: 51,2 von 100 möglichen Punkten. Im Schnitt also mittelmäßig, zeigt sich jedoch beim genaueren Hinschauen die Digitale Spaltung – geografisch und soziodemografisch.

Der D21-Digital-Index ist eine Kennzahl, die den Digitalisierungsgrad Deutschlands abbildet. Basis des Index ist eine repräsentative Befragung mit 3.819 Interviews unter der deutschen Wohnbevölkerung ab 14 Jahre. Das Modell basiert auf vier Säulen. Der „Digitale Zugang“ umfasst Kenngrößen wie den Zugang zum Internet, das jeweilige Endgerät, die Breitbandnutzung sowie die Hardwareausstattung: gegenwärtig erreicht Deutschland hier 54,2 Punkte. Die Säule „Digitale Offenheit“ misst die Einstellung zu digitalen Themen und greift die Offenheit für Neuerungen sowie auch die Ängste und Befürchtungen in der digitalen Welt auf: 53,9 Punkte. Die „Digitale Kompetenz“ weist auf das inhaltliche Wissen zu digitalen Themen, die technische Kompetenz sowie die Medienkompetenz: hier sind es 50,3 Punkte. Die vierte Säule, die „Digitale Nutzung“, zeigt auf die Nutzungsintensität und Nutzungsvielfalt der digitalen Medien: 40,3 Punkte. Robert A. Wieland, Vizepräsident der Initiative D21 und Geschäftsführer der TNS Infratest GmbH, kennzeichnet den Nutzen des Index: „Mit dem D21-Digital-Index führen wir eine neue Währung zur Messung des Status-quo der digitalen Gesellschaft in Deutschland ein. Entscheider aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft haben damit die Chance, neue Programme und Initiativen zielgruppenspezifisch auszurichten.“

Drei Bundesländer liegen zurzeit über dem Bundesdurchschnitt von 51,2 Punkten: Nordrhein-Westfalen mit 57,7 Punkten, Bremen mit 52,8 Punkten und Schleswig-Holstein mit 52,3 Punkten. Bayern und Hessen treffen mit 51,2 Punkten genau den Durchschnitt, elf Bundesländer liegen darunter. Ganz unten findet man Mecklenburg-Vorpommern mit 44,1 Punkten und Sachsen-Anhalt mit 40,5 Punkten.  

Der differenziertere Blick führt die soziale Digitale Spaltung vor Augen. Männer erreichen mit 55,2 Punkten einen deutlich höheren Indexwert auf als Frauen mit 47,4 Punkte. Menschen mit abgeschlossenem Studium erreichen 61,3 Punkte und die Altersgruppe der 30- bis 39-Jährigen einen Indexwert von 64,7 Punkten. Menschen mit einem Hauptschulabschluss erzielen dagegen einen Index von nur 41,0 Punkten. Auch das Haushaltsnettoeinkommen korreliert mit den Kennwerten. Haushalte mit einem monatlichen Nettoeinkommen von mindestens 3.000 Euro kommen auf 63,9 Punkte – fast doppelt so viele wie Haushalte mit einem monatlichen Einkommen von unter 1.000 Euro, die lediglich 35,2 Punkte erreichen. 

In der Bevölkerung lassen sich außerdem sechs Nutzertypen voneinander unterscheiden. Der „Außenstehende Skeptiker“ (28,9 Prozent): Er ist durchschnittlich 63 Jahre alt, überwiegend weiblich und formal niedrig gebildet. 70 Prozent sind nicht (mehr) berufstätig, das Einkommen ist entsprechend gering. Nur jeder fünfte dieses Typus nutzt das Internet, denn es werden darin kaum Vorteile gesehen. Der „Häusliche Gelegenheitsnutzer“ (27,9 Prozent): Auch dieser Typus ist eher weiblich. Im Schnitt 44 Jahre alt verfügt er über eine niedrige bis mittlere formale Bildung. Die Hälfte dieser Gruppe geht momentan keiner bezahlten Tätigkeit nach und über 50 Prozent leben in einem Haushalt mit mindestens drei Personen. 98 Prozent nutzen das Internet, doch die Vertrautheit dieser Gruppe mit neuen Technologien ist nur oberflächlich und sie sieht lieber fern. Der „Vorsichtige Pragmatiker“ (9,5 Prozent): Ebenfalls eher weiblich und durchschnittlich 43 Jahre alt. Etwa 80 Prozent sind berufstätig, das Einkommen liegt im mittleren bis niedrigen Bereich.

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25.04.2013
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Sven Becker
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